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Leserbrief
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Geschrieben von: Ingo Lorenz
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Donnerstag, 18. Februar 2010 um 16:07 |
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Brandenburger Unternehmer zum Fall Stadtsprecher Norbert Plaul
Es wundert mich schon sehr, was in unserer Stadt bezüglich der Tätigkeiten für die Stasi abgeht. Wenn ich so die Medien verfolge, ob gestern in den „rbb“–Nachrichten oder heute in der MAZ, wurde unsere Oberbürgermeisterin durch die „BILD“- Zeitung auf einen IM–Sachverhalt in der Verwaltung aufmerksam gemacht. Schon die Aufmacher zu diesem sogenannten Fall sind bester Boulevard – Journalismus. Wie die Nachrichten allgemein vermelden, erlangte unsere OB Frau Dr. Dietlind Tiemann Kenntnis, dass ihr Pressesprecher Herr Plaul 1988 eine Verpflichtung für das ehemalige MfS unterschrieben hat. Und hier geht der Boulevard schon los. Diese anscheinend nur für Frau Tiemann neue Erkenntnis ist tatsächlich schon seit 19 Jahren bekannt.
Was heißt da nun neuer Stasi–Fall ? Wie weiter zu lesen war, wurde Herr Plaul nach der Offenlegung durch die Stasi–Untersuchungsbehörde, der damaligen Gauck–Behörde, durchgecheckt und als unbedenklich eingestuft. Dieses Ergebnis ist auch dem heutigen Personalamtschef Herrn Arasteh bekannt, so ist der Märkischen Allgemeinen zu entnehmen.
Wenn Frau Tiemann schon nicht selbst in der Personalakte ihres Sprechers nachliest, so könnte man doch annehmen, dass der Personalchef informiert. Wie dem auch sei, wie kann ein durch die Gauck–Behörde als unbedenklich eingestufter nach 18 Jahren auf einmal Bedenken hervorrufen? Nochmals: Herr Plaul hat seine Vergangenheit bereits 1991 offen gelegt und somit ist auch die Formulierung völlig daneben, dass das der dritte Stasi–Fall in diesem Jahr wäre.
Was hatte Herr Plaul nun angestellt? Bei der nicht gerade als investigativ geltenden "BILD" –Zeitung, war zu lesen, dass Herr Plaul als Mitarbeiter der DDR-Botschaft im polnischen Warschau Wirtschaftsberichte weitergegeben hatte. Was passiert denn heute so in den Botschaften der Bundesrepublik im Ausland? Dass Herr Plaul selbst eine Beurlaubung beantragt hat, scheint mir eher Selbstschutz vor den jetzt zum Halali Rufenden.
Hätte es nicht einmal so sein können, dass die Medien relaxt reagieren unter dem Motto, ja und? Ist doch bekannt! Hätte unsere OB nicht auch anders reagieren können unter dem Motto: O.k. war mir persönlich so nicht bekannt. Er bleibt, ich prüfe und gibt es neue nachteilige Erkenntnisse folgen Konsequenzen.
Das wäre in meinen Augen ehrlich und würde in der emotional geführten Debatte endlich einmal unter Beweis stellen, dass auch ein fairer Umgang möglich ist. Ingo Lorenz Brandenburg an der Havel
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